Fast genau eine Woche ist es nun her, seit ich einen kleinen Einblick in das Spieleparadies der Männer gewagt habe - den Baumarkt :) Nun ist es nicht so, dass ich noch nie im Baumarkt war und ich gehöre auch nicht zu der Sorte Frau, die aufstöhnt, wenn der Freund noch eine kurze Runde drehen will. Denn ich finde einen Baumarkt-Besuch jedes Mal aufs Neue interessant und entdecke irgendetwas, von dem ich noch nie gehört habe und mir dann gerne erklären lasse, wozu es denn dient. Und selbst wenn Frau nun keinen Gefallen an 6er Dübel, Senkkopfschrauben, OSB-Platten oder Gehrungssägen findet, so gibt es ja immer noch Deko-Artikel oder Pflanzen. Von daher Mädels: Scheut euch nicht davor und macht euren Männern mal eine Freude, indem ihr mit ihnen am nächsten Wochenende mal einen Baumarkt-Ausflug unternehmt, anstatt sie wieder nur in einen Klamotten-Laden mitzuschleppen. Vorausgesetzt der Mann an eurer Seite ist überhaupt an handwerklicher Arbeit interessiert. Es gibt ja auch die ein oder andere Gattung, die damit sogar nichts anfangen kann. Aber stellt euch mal vor, ihr als Frau hättet nun eine Ahnung davon, wie ihr die neue Wohnzimmerlampe an der Decke anbringen könnt, oder das neue LACK Regalbrett von Ikea im Schlafzimmer. Oder wolltet ihr schon immer mal den alten Teppichboden im Büro rausreißen und mal schnell nen neuen Laminat verlegen? Dann ran an die Arbeit und traut euch! Denn auch wir Frauen können Heimwerker-Königinnen werden. Wenn wir nur wollen. Und ich wollte. So besuchte ich letzten Donnerstag zusammen mit meiner Schwester die „OBI Ladies Night“ in unserer Stadt und war wirklich sehr gespannt, was uns erwarten würde.
Als angehende Bauherrin wäre es natürlich von Vorteil, wenn ich zumindest ein bisschen Ahnung von den ganzen Werkzeugen, Maschinen und Materialien hätte. Schon früher habe ich meinem Dad gern beim Zusammenbauen neuer Möbel geholfen oder mal über die Schulter geschaut, wenn er etwas im Haus repariert oder neu angebracht hat. Wenn man dann mal selbst Hand anlegen wollte, konnte er es kaum mitansehen wie ich den Akku-Schrauber oder die Bohrmaschine misshandelte und er machte es am Ende doch wieder selbst. Eigentlich schade, denn so lernt man natürlich nie was. Und genau deswegen wurden diese „Ladies Nights“, „Frauenpower-Abende“ oder „Hammerfrauen Workshops“ ins Leben gerufen und werden seit einigen Jahren von verschiedenen Baumärkten angeboten. Männer sind an diesem Abend nicht erwünscht (außer sie bringen uns etwas bei oder versorgen uns mit Sekt) und wir Frauen können ganz ungeniert mal ausprobieren, wie es sich anfühlt eine Bohrmaschine in den Händen zu halten, eine Wand zu verputzen oder Fliesen zu legen.
Wenn ihr nun wissen wollt, wie so eine „Ladies Night“ abläuft, wünsch ich euch viel Spaß beim Durchlesen ;)
Los ging es also Donnerstagabend um 19:30 Uhr. Während sich noch die letzten Kunden ihren Weg durch die Regale bahnten, tummelte sich im Küchenstudio bereits eine Horde Frauen jeglichen Alters, von schätzungsweise 18 bis 70 Jahren war alles dabei. Der Lärmpegel war, typisch Frau, da schon ziemlich enorm und bei Sekt und leckeren Häppchen wurde schon aufgeregt getratscht. Kurz danach ging es dann auch schon los. Der Filialleiter hat alle begrüßt und die einzelnen Stationen und dazugehörigen Leiter vorgestellt. Dazu war noch ein örtlicher Radiomoderator dabei, der für eine lockere Stimmung und später für den „Sekt-Express“ gesorgt hat. Je nachdem mit was man zuerst anfangen wollte, konnte man sich gleich der jeweiligen Station anschließen und loslegen. Wir haben uns erst mal für das Thema „Hochbeet Gestaltung“ entschieden um mit etwas leichtem anzufangen. In unserer Gruppe waren bestimmt so um die 30 Frauen und wir folgten einem netten Herrn von Obi erst mal in die Gartenabteilung. Hier wurde uns dann einiges über Kräuter erzählt und zwei Damen aus der Gartenabteilung haben uns dann erklärt, wie man sich ein Hochbeet selbst bauen kann und wie man das Innenleben mit den einzelnen Schichten aufbaut. Das Gleiche wurde uns dann auch für einen Kräuterkasten für den Balkon erklärt und ich konnte mir tatsächlich einige Tipps holen. Dazwischen wurden wir auch schon wieder bedient. Der Radiomoderator kam mit einem ganzen Wagen voller Getränke angefahren, natürlich typische Frauengetränke: Sekt, Hugo, Aperol Spritz, Radler und auch kleine Gläschen mit Salat oder Tomate Mozzarella hatte er dabei. Und kaum zehn Minuten später trugen die Obi Mitarbeiter ein riesiges Holzbrett herein, das voll war mit Broten, die mit Butter bestrichen und ganz frischen Kräutern belegt waren. Die waren richtig lecker. Verhungern oder verdursten musste an dem Abend wirklich niemand. Ständig liefen Service-Kräfte durch den Markt und brachten Süßes oder Saures zum Naschen vorbei. Nachdem dann immer mehr neue Frauen zur Hochbeet-Gestaltung kamen, ging es dann wieder von vorne los mit der Vorführung. Natürlich konnte man auch jederzeit seine eigenen Fragen stellen.
Direkt nebenan in der Gartenabteilung gab es einen Schmuckstand, an dem man sich Halsketten basteln konnte und auch einen kleinen Modestand mit Klamotten, Unterwäsche und Accessoires. Aber daran sind wir gleich vorbei gelaufen, denn wir wollten ja schließlich was lernen. Also ging‘s als nächstes zum Stand „Kreative Wandgestaltung“. Hier hat uns eine hochschwangere Frau in Latzhose gezeigt, wie man richtig Putz aufträgt und vor allem welche Abstufungen es bei den unterschiedlichen Putzvarianten gibt. Das Thema war für mich auch sehr interessant, vor allem da wir unsere Innenwände wahrscheinlich auch verputzen werden. Da ich mir aber immer noch nicht so richtig vorstellen kann, was hier alles möglich ist und wie fein so ein Putz sein kann, war diese Station wirklich super. Es waren auch Musterwände ausgestellt, an denen man sich die verschiedenen Abstufungen mal genauer anschauen konnte. Und auch hier stand uns die Dame mit Rat und Tat zur Seite und ich habe sie natürlich gleich mal mit ein paar Fragen gelöchert.
Direkt nebenan in der Gartenabteilung gab es einen Schmuckstand, an dem man sich Halsketten basteln konnte und auch einen kleinen Modestand mit Klamotten, Unterwäsche und Accessoires. Aber daran sind wir gleich vorbei gelaufen, denn wir wollten ja schließlich was lernen. Also ging‘s als nächstes zum Stand „Kreative Wandgestaltung“. Hier hat uns eine hochschwangere Frau in Latzhose gezeigt, wie man richtig Putz aufträgt und vor allem welche Abstufungen es bei den unterschiedlichen Putzvarianten gibt. Das Thema war für mich auch sehr interessant, vor allem da wir unsere Innenwände wahrscheinlich auch verputzen werden. Da ich mir aber immer noch nicht so richtig vorstellen kann, was hier alles möglich ist und wie fein so ein Putz sein kann, war diese Station wirklich super. Es waren auch Musterwände ausgestellt, an denen man sich die verschiedenen Abstufungen mal genauer anschauen konnte. Und auch hier stand uns die Dame mit Rat und Tat zur Seite und ich habe sie natürlich gleich mal mit ein paar Fragen gelöchert.
Anschließend haben wir uns eine Vorführung des Leifheit Fenstersaugers angeschaut. Das war eine ganz coole Sache, vor allem wenn man Fensterputzen sowieso nicht mag :D Mit dem Sauger sah es echt ganz einfach aus. Die Scheiben wurden mit dem Glasreiniger eingeseift und der Sauger an sich verweilt solange im Standby bis man ihn an die Glasscheibe setzt. Erst dann fängt er zu Saugen an. Dann zieht man ihn einfach nach unten ab und das ganze Wasser wird eingesaugt. Keine Streifen am Fenster und kein nerviges runtertropfendes Wasser vom Fensterrand. Sogar der Preis für den Fenstersauger war an diesem Abend runtergesetzt. Normalerweise hätte man über 70 Euro bezahlt aber er war auf 49 Euro runtergesetzt. Ein Blick ins Netz verriet mir jedoch, dass man ihn dort immer noch um einiges günstiger bekommt…
Endlich ging es danach zum Stand von Bosch, wo ein netter Mann sich gerade mit ein paar Damen unterhielt und ihre Fragen beantwortete. Auf einem Tisch waren mehrere Steinblöcke aufgebaut, unter anderem aus Beton und Granit. Und dann durfte ich endlich mal Hand anlegen. Mit dem Bohrhammer hab ich dann ein Loch in die Betonplatte gebohrt. Beim ersten Mal bin ich zwar kurz abgerutscht, aber beim zweiten Mal bin ich dann mit mehr Druck ran und dann ging es auch ganz gut. So hab ich auch gleich gelernt, dass ich den Bohrer nicht einfach ausmachen darf wenn ich noch in der Wand bin, sondern ihn laufen lassen und immer wieder raus und rein bohren muss, sodass der Dreck gleich mit rausfällt. Danach haben wir noch ein paar Fragen gestellt, zum Bohren allgemein, welcher Dübel zu welcher Schraube passt usw. Als nächstes hab ich dann versucht in Granit zu bohren, das war gar nicht so einfach und viel schwerer, aber ganz langsam ging es dann auch da voran. Als letztes sollte ich nochmal ein Loch in die Betonplatte bohren und zwar so tief, dass der passende Dübel gerade so reinpasst. Normalerweise kann man das mit einem Klebeband am Bohrer markieren, aber ich habe es mir so gemerkt. Dann wurde der Dübel vorsichtig reingeklopft und danach habe ich noch die Schraube reingedreht, mit viel Gefühl, bis sie fest im Dübel saß. War gar nicht so schwer und hat mega viel Spaß gemacht.
Leider war an der Station, an der man Laminat verlegen konnte fast nie jemand da. Das hätte ich auch noch gerne ausprobiert, das fand ich etwas schade. Aber dafür haben wir uns dann noch im Fliesenlegen versucht, was auch ganz schön tricky war. Wir haben nämlich schnell gemerkt, dass das gar nicht so einfach ist, wie es aussieht. An einer Wand konnte sich jeder mal versuchen. Der Fliesenkleber war bereits angerührt und man konnte dann mit einem Zahnspachtel die Masse an der Wand auftragen. Das war wirklich nicht einfach, es durfte schließlich nicht zu viel und nicht zu wenig sein und am besten sollte es schön gleichmäßig aufgetragen werden. Dann schnell die Fliese andrücken und mit Fliesenkreuzchen den Abstand zur nächsten Fliese einhalten. Auch das Verfugen der Fliesen wurde uns gezeigt und so lernten wir, dass man immer diagonal über die Fliesen gehen muss und nicht von oben nach unten, denn sonst streicht man die Fugenmasse gleich wieder raus. Wie man anschließend die Fugenreste von den Fliesen wieder abziehen kann ist ein Thema für sich. Und anscheinend auch das Schwerste am Fliesenlegen. Aber mit ein wenig Übung sicher auch kein Hexenwerk. Interessant war auch das Thema, eine Aussparung in die Fliese zu bekommen, wie zum Beispiel ein größeres Loch für ein Heizungsrohr. Puh, das war vielleicht Arbeit. Die Fliese wurde in eine kleine Vorrichtung eingespannt und mit einem kleinen Hämmerchen musste dann konstant auf den gleichen Punkt der Fliese gehämmert werden. Solange, bis man ein kleines Loch hatte, in das man mit der Papageienzange greifen und so dann die einzelnen Fliesenstücke herausknipsen konnte. Dafür wird jede Menge Geduld und Feingefühl benötigt.
Dann war es fast schon Zeit zu gehen. Die meisten bauten leider schon ihre Stände ab und es war auch schon viertel nach zehn. Wir haben dann noch kurz im Küchenstudio vorbeigeschaut, wo es nach wie vor noch ein paar schick angerichtete Häppchen und Sekt gab. Auch in der „Schönheits-Ecke“ haben wir noch kurz vorbeigeschaut. Hier konnte man sich von unserem Stadt-Friseur Hochsteckfrisuren anfertigen lassen, wurde geschminkt oder bekam die Falten geglättet mit irgendeinem neuen Mittelchen aus den USA. Selbst wenn man also keine Lust aufs Handwerken hatte, konnte man sich quasi einen netten Mädels-Abend im Baumarkt machen ;) Wir haben auch nicht nur einmal gesehen, wie die männlichen (meist jungen) Angestellten des Obi-Markts einen ganzen Wagen voll Mädels durch die Gegend geschoben haben, die laut grölend mit ihren Sekt-Gläsern in der Hand eine Menge Spaß zu haben schienen. Und es konnte auch mal sein, dass aus den Lautsprechern, aus denen man normalerweise nur „Frau Müller bitte zur Information“ hört, auf einmal laut Helene Fischer dröhnte.
Beim Verlassen des Baumarkts bekamen wir dann sogar noch eine kleine „Goodie Bag“ mit einer Obi Mütze, einem Schlüsselhalter, einem kleinen Obi-Biber, Luftballons und zwei Gutscheinen mit jeweils 10% Rabatt.
Voller Tatendrang wollte ich zuhause dann gleich mal ein paar Löcher in die Wand bohren. Aber guuuut, ich hielt mich zurück und hoffe nun, dass meine Motivation auch noch in ein paar Monaten vorhanden ist und ich bei unserem Häuschen ordentlich mitanpacken kann.
Jedenfalls kann ich allen Mädels, die mal Lust haben sich ein wenig handwerklich auszuprobieren, nur so eine „Ladies Night“ im Baumarkt empfehlen. Man muss sich nur anmelden und wird den ganzen Abend kostenlos mit leckerem Essen und Getränken versorgt. Der Spaß kommt sowieso nicht zu kurz und man lernt auch noch was dabei. Was will man mehr? Ich bin auf jeden Fall bei der nächsten „Ladies Night“ wieder am Start und hab schon so viele meiner Mädels neugierig gemacht, dass wir beim nächsten Mal sicher auch eine größere Gruppe sein werden. Von mir aus darf es dann auch gerne noch mehr Stationen geben, an denen man sich handwerklich austoben kann. So, und ich geh mir jetzt Sicherheitsschuhe für den Bau bestellen :)
Habt ihr schon mal an so einer Ladies Night teilgenommen? Oder seid ihr an handwerklicher Arbeit gar nicht interessiert?Oder seid ihr vielleicht schon Handwerker-Profis? :)